IT-Genossenschaften

Zur Quadratur des Kreises

Die Zukunft bei der Arbeit Foto: Gerrit Depner

Freelancer-Kooperationen lösen schier Unmögliches

Die Auseinandersetzung mit dem Thema IT-Genossenschaften beginnt gerade erst. Dabei steckt in der Beantwortung dieser Fragen ein großes Potential für wichtige Zukunftsfragen sozialinnovativer Unternehmensgestaltungen: Technik, Kunden und Mitarbeiter von IT-Genossenschaften legen andere Anforderungen nahe, als in Branchen, in denen es vorrangig um die Aufteilung bestehender Pfründe
geht. Deutlich wird die Dynamik der Entwicklung auch bei den Freiberufler-IT-Genossenschaften, die im Mittelpunkt des Schwerpunkts stehen.

Burghard Flieger , Redaktion Genosse nschaften

Was sind IT-Genossenschaften? Lassen sich aus ihren Strukturen und Ansätzen Anregungen für eine
Gestaltung von Unternehmensstrukturen der Zukunft gewinnen? Wie breit ist das Spektrum von IT-Genossenschaften? Gibt es Trends bei den Gründungen oder sind die Entwicklungen eher beliebig und zufällig? All diese Fragen lassen sich nicht einfach beantworten. Autoren wie Sattelberger, Welpe und Boes gewinnen mit spektakulären Veröffentlichungen wie dem Buch »Das demokratische Unternehmen«, erschienen 2015 im Haufe Verlag, viel Aufmerksamkeit. Ihr Ansatz »Demokratie in Unternehmen« wird verstärkt als besondere Chance für ein zukunftsfähiges Unternehmen gesehen. Als Hindernisse treten bisher laut einer Studie vor allem Transparenz, Kapitalbeteiligung und die Wahl der Leitung auf. Ein solches Ergebnis liegt nahe, da klassische Unternehmen und Gesellschaften wie die AG schlichtweg nicht dafür gemacht sind, demokratische Strukturen umzusetzen. Laut Dominic Lindner, der sich in seinem Blog seit Januar 2016 mit Demokratie in agilen Unternehmen auseinandersetzt, existieren bereits eine Reihe von Unternehmen, die überlegen, wie die Umsetzung demokratischer Strukturen bei ihnen aussehen könnte. Eine in diesem Zusammenhang häufiger formulierte These lautet nach Lindner: »Digitale Technologien erleichtern die Mitbestimmung«. Damit sind wir bei einem Thema, das bei der Auseinandersetzung mit der Partizipation im Unternehmen eine wichtige Rolle
spielt, der IT bzw. der Informationstechnologie. IT fungiert als Oberbegriff für alle mit der elektronischen Datenverarbeitung in Berührung stehenden Techniken.

Neuland: IT-Genossenschaften

In den Auseinandersetzungen und Diskussionen zum demokratischen Unternehmen werden Erfahrungen genossenschaftlicher Organisationen bisher weitgehend vernachlässigt. Das gilt selbst für Unternehmensansätze, die beides - IT und Genossenschaft - miteinander verbinden, eben IT-Genossenschaften. Ihre Vernachlässigung in diesem Kontext ist umso erstaunlicher, weil einzelne IT-Genossenschaften zu den etablierten Marktführern der Branche gehören und gleichzeitig andere den sozialverantwortlichen Innovationstreibern zuzuordnen sind. Das beinhaltet eine Mischung, die viel Anregungs- und Veränderungs-Know-how in Richtung demokratisches Unternehmen enthält. Trotzdem: Bisher wird die Möglichkeit nicht genutzt, sich mit dem Phänomen IT-Genossenschaft auseinanderzusetzen, um daraus Schlussfolgerungen für die Unternehmensstrukturen der Zukunft in dynamischen zukunftsorientierten Märkten zu ziehen. Im Schwerpunkt geschieht dies am Beispiel der Freelancer-Genossenschaften, indem anhand von drei Beispielen die Motive für die Gründung, das Leistungsspektrum und die Erwartungen an die Zukunft beschrieben werden. Die Beispiele selbst sind eingebettet in einen kurzen Überblick, welche IT-genossenschaftlichen Ansätze überhaupt existieren und welchen Blick die Gewerkschaften auf das Problem der vielen Einzelkämpfer in dieser Branche haben. Im letzten Beitrag geht es um das Anliegen und die Inhalte einer IT-Genossenschaftstagung, bei der auch das Thema der IT-Freelancer mit einer Lösung präsentiert wird.

Spendenziel 2016: 6.500 Euro

»Ändere die Welt. Sie braucht es.«

Bert Brecht

Ändere die Welt, sie braucht es; immer dringlicher. Wie beim Gärtnern braucht es Geduld, bis die Zeit der Ernte kommt. Wir können heute nur säen. Samen des Widerstandes und hoffen, dass eine robuste Pflanze sprießen wird. Klein fing der Widerstand bei den selbstorganisierten Klimacamps an, diesen Sommer wurde die Garzweiler-Grube trotz Polizeipräsenz von Hunderten besetzt.

 

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