Büchel65 - 65 Tage gewaltfreie Blockaden

am Atomwaffenstandort Büchel /Eifel vom 26. März bis 29. Mai 2015

Zur Erinnerung:

Wer denkt noch daran, dass in Deutschland als Überbleibsel des Kalten Krieges immer noch 20 Atombomben lagern, die jede das Mehrfache an Zerstörungskraft der über Hiroshima explodierten Atombombe in sich trägt? Wer weiß denn, dass deren Abwurf von deutschen Piloten mit Bundeswehr-Tornados in Büchel in der Eifel noch fast täglich geübt wird? (Beitrag zur deutschen atomaren Teilhabe) Wer hat in den Medien in den letzten Monaten verfolgt, dass diese Massenvernichtungswaffen mit hohem finanziellen Aufwand durch neu entwickelte präzisere und für den Einsatz handhabbarere Atombomben ersetzt werden sollen (sogenannte Modernisierung)?

Wer erinnert sich noch an den Bundestagsbeschluss vom 26. März 2010, der mit einer breiten Mehrheit aller Fraktionen den bedingungslosen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland verlangte. Dieser ist bis heute von den Bundesregierungen nicht umgesetzt worden?

Widerstand und Proteste:

Proteste gegen die Existenz des letzten Atomwaffenlagers in Deutschland in Büchel/Südeifel hat es in den letzten Jahren häufig gegeben. Die Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen (GAAA) hat darüber hinaus eine Reihe von Aktionen des zivilen Ungehorsams organisiert. Die bisherige Geschichte dieser Bewegung kann auf der Homepage www.buechel-atomwaffenfrei.de in Wort und Bild nachgelesen werden. Eine größere öffentliche Aufmerksamkeit gewann der Widerstand gegen die Atomwaffen allerdings erst 2013 mit der 24-stündigen spektakulären Musikblockade an allen Toren des "Fliegerhorstes". Daran haben über 700 Personen teilgenommen. Im August 2014 wurde durch Sitzblockaden gleich an mehreren Tagen der Verkehr in und aus dem militärischen Stützpunkt stark behindert. Daran anknüpfend ist nun geplant, zwischen dem 26. März 2015 (5. Jahrestag des oben erwähnten Bundestagsbeschlusses) und dem 29. Mai 2015 (Ende der Internationalen Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrages (NPT-Konferenz)) an möglichst vielen Tagen Sitzblockaden am Atomwaffenstützpunkt Büchel durchzuführen.

Was ist geplant?

An möglichst vielen der 65 Tage im oben genannten Zeitraum blockieren unterschiedliche Gruppen jeweils für einen Tag (gerne auch für länger) die Zufahrt(en) zum "Fliegerhorst" in Büchel. Die Gruppen reisen am Vortag an und bereiten mit Hilfe der ständig vor Ort ansprechbaren Unterstützer_innen ihre Aktion vor: Wie viele Tore wollen sie blockieren? Wie gestalten sie ihre Blockade? Wie verhalten sie sich bei einer möglichen Räumung?

Sie übernachten in einem Quartier in der Nähe (die Koordinierungsgruppe vermittelt gerne Unterkünfte) und am nächsten Morgen werden sie von ihren Unterstützer_innen in die Aktion begleitet. Nach einer von den Blockadegruppen selbst bestimmten Zeit beenden diese ihre Blockade, und der Aktionstag wird mit einer gemeinsamen Auswertung abgerundet. Alles was zur Teilnahme gebraucht wird, sind 2 Tage Zeit und Menschen, die sich schon im Vorfeld dafür begeistern können, zusammen in Büchel zu blockieren. Wie wär's, wenn Ihr als Leser_innen Eure Anti-Atom-Gruppe motiviert,
Eure Attac-Ortsgruppe mitbringt, Euren Geburtstag direkt vor dem Tor feiert?

Mit jeder Blockade wird der reibungslose Ablauf durcheinander gebracht und wir alle thematisieren immer wieder neu, dass die Atomwaffen hier lagern und auf ihren möglichen Einsatz warten.

Diese Aktionsidee ist angelehnt an "Faslane365" und "gorleben365". Im schottischen Faslane blockierten Aktivist_innen zwischen dem 1.10.2006 und dem 30.9.2007 die Trident-U-Boot-Atomwaffenbasis, und im niedersächsischen Gorleben wurde zwischen dem 14.8.2011 und dem 13.8.2012 mit zahlreichen Blockaden der Baustellen-Verkehr zum atomaren Endlager-Bergwerk behindert. Mit den gewaltfreien Blockaden wird Ziviler Ungehorsam geleistet. Es existiert ein Aktionskonsens, der im Aufruf oder auf unserer Homepage eingesehen werden kann.

büchel65 wird von der Gewaltfreien Aktion Atomwaffen Abschaffern (GAAA) unterstützt und ist in die Kampagne atomwaffenfrei.jetzt eingebunden.

büchel65 - Warum jetzt?

Es sind auf internationaler Ebene nicht nur die Abrüstungsverhandlungen seit Jahren zum Stillstand gekommen. Über 17.000 Atomwaffen bedrohen die gesamte Menschheit, die durch sie theoretisch gleich mehrmals ausgelöscht werden könnte. Hinter der fortgesetzten Existenz dieser Massenvernichtungswaffen steht eine Industrie, die täglich die Umwelt immer stärker verstrahlt und die Gesundheit von immer mehr Menschen zerstört. Die tödlichen Hinterlassenschaften treffen noch viele zukünftige Generationen. Die Versprechungen zur vollständigen Abschaffung aller atomaren Waffen, die die damaligen fünf Atommächte (USA, Russland, England, Frankreich, China) im Atomwaffensperrvertrag von 1970 (von 190 Ländern unterschrieben und ratifiziert) den Nicht-Atomwaffenstaaten gegeben haben, sind bisher nicht umgesetzt. Vier weitere Staaten (Israel, Nordkorea, Indien, Pakistan) besitzen Atomwaffen, ohne dass sie dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten sind.

Durch die direkte Konfrontation der beiden größten Atommächte USA und Russland im Ukrainekonflikt ist die Gefahr eines atomaren "Schlagabtausches" (aus Versehen oder bewusst herbeigeführt) enorm gestiegen.

Alle Atommächte versuchen durch eine Modernisierung ihres Atomwaffenarsenals den Einsatz von Atomwaffen handhabbarer zu machen. Eine neue gefährliche Aufrüstungsspirale ist in dieser allgemeinen Krisenzeit längst in Gang gesetzt, ohne dass die deutsche Bundesregierung ihren Einfluss und Möglichkeiten nutzt, dieser atomaren Gefahr zu begegnen. Nach wie vor unterstützt sie die offensive Erstschlagsdoktrin der NATO.

Widerstand tut Not

In dieser Situation bedarf es eines unüberhörbaren "Neins" aus der Zivilgesellschaft. Protest allein reicht allerdings nicht aus, es braucht stärkeren Druck von der Basis her. Aktionen Zivilen Ungehorsams, zu denen die gewaltfreien Sitzblockaden gehören, sind ein weiteres, effektives Mittel, Druck von unten gegenüber der Bundesregierung aufzubauen. Mit büchel65 möchten wir den Widerstand gegen die atomare Aufrüstung stärken und den Atomwaffenstandort Büchel zum Symbol dieses Widerstandes ausbauen (wie es in den 80er Jahren Mutlangen war). büchel65 soll eine wichtige Zwischenetappe auf diesem Weg sein.

Wie könnt Ihr büchel65 unterstützen?

  • Am besten fragt Ihr gleich Freunde, Bekannte, Nachbarn, Eure Wohngemeinschaft oder andere soziale oder politische Gruppe, ob sie Lust hätten, mit Euch in Büchel als Gruppe eine Blockadeaktion (wie oben beschrieben) durchzuführen. Seid Ihr mehrere Leute zusammen, melde Dich unter info.buechel65@buechel65-atomwaffenfrei.de 

Das Orgateam wird sich dann mit Euch in Verbindung setzen und alle Details besprechen. Vor Ort werdet Ihr von UnterstützerInnnen in Eurer Aktion begleitet und beraten.

  • Erzählt über büchel65 weiter und verbreitet diese Widerstandsidee in Euren sozialen Zusammenhängen, bei Euch im Stadtteil, in Eurem Dorf/Stadt, in Eurer Zeitung, in Euren sozialen Medien (Facebook, Twitter, e.mail-Listen). Der Aufruf-Flyer kann von der Homepage herunter geladen und weiter verbreitet werden. In geringem Umfang können auch Flyer zur Verfügung gestellt werden.


  • Organisiert Veranstaltungen zu büchel65 und dem Widerstand gegen die Atomwaffengefahr. In Einzelfällen können wir Euch auch mit Material oder Referent_innen beraten oder selbst kommen.

Effektiver Widerstand braucht auch eine finanzielle Basis. Wer büchel65 unterstützenswert findet, aber selbst nicht kommen kann, kann mit einem kleineren oder größeren finanziellen Beitrag diese Aktionsidee unterstützen. Spendenkonto:

büchel65

IBAN DE09 4306 0967 2029 8115 02

BIC GENODEM1GLS

GLS Gemeinschaftsbank

 

büchel65 wird zum Erfolg, wenn Du auch mitmachst.

Infos und Kontakt: www. buechel-atomwaffenfrei.de/buechel65

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