Camps und Aktionen für Klimagerechtigkeit

Foto: Klimacamp im Rheinland

In den letzten Jahren hat nicht nur die Aufmerksamkeit für den bedrohlichen Klimawandel zugenommen. Auch die Bewegung für Klimagerechtigkeit wächst. Immer mehr Menschen erkennen ihre eigene Verantwortung und schließen sich zusammen, um gemeinsam gegen die menschengemachten Ursachen der Klimakrise aktiv zu werden. Diesen Sommer gibt es vielfältige Camps und Aktionen in ganz Europa. Sie sind Orte gelebter Utopie, selbstorganiserter Bildung, Vernetzung und Sammelpunkt für direkte Aktionen.

TIM CARLO, KLIMAGERECHTIGKEIT KASSEL

Zum ersten Mal findet vom 28. Juli bis 5. August das Klimacamp »Leipziger Land« im vom Braunkohletagebau bedrohten Dorf Pödelwitz statt. Auch die degrowth-Sommerschule ist dort zu Gast und lenkt in Kursen (mit Anmeldung) den Blick auf Visionen für eine soziale, ökologische und demokratische Gesellschaft. Ganz ohne Anmeldung erlebbar sind die offenen Workshops, gemeinschaftliches Gemüse-Schnibbeln oder die Aktion zivilen Ungehorsams mit »Kohle erSetzen« vom 3. bis 5. August.

Bereits vom 18. bis 22. Juli ist im polnischen Konin die Premiere eines Klimacamps in Polen. Auch dort geht es um Bewegungsaufbau – im Hinterkopf die Frage, wie mit der diesjährigen UN-Klimakonferenz ungegangen werden sollte, die im Dezember in Katowice stattfinden wird.

Richtig viel los ist im August: Das Klimacamp und ClimateGames vom 3. bis 14. August in Basel, das Klimacamp im Rheinland vom 11. bis 22. August (dieses Jahr im kleineren Rahmen mit Fokus auf Reflexion) und vom 24. bis 31. August organisiert »Code Rood« ein Klimacamp mit Massenaktion gegen Gasföderung im niederländischen Groningen, zu dem auch aus Deutschland mobilisiert wird. Vom 5. bis 9. September wird auch in der Nähe von München zum ersten Mal ein Klimacamp stattfinden. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Mobilitätswende und möglichem Widerstand gegen die Autoindustrie.

Sicherlich gibt es noch viele kleine und große Aktivitäten, die hier nicht aufgezählt werden können. Und auch die Arbeit zur Verhinderung der Rodungssaison im Hambacher Forst wird nicht erst ab dem 1. Oktober viele Menschen beschäftigen. Doch wo auch immer wir aktiv sind: Wir können uns freuen über viel Bewegung in der Bewegung!

Die großen »Ende Gelände«-Aktionen mobilisieren mittlerweile mehrere tausend Menschen, um den reibungslosen Betrieb der Kohle-Industrie zu stören – das nächste Mal vom 25. bis 29. Oktober im Rheinland. Aber auch jenseits der medial beachteten Kampagnen entwickelt sich vielfältiges Treiben für einen grundlegenden Systemwandel. Lokale Gruppen gründen sich und neben dem notwendigen Kohleausstieg werden zunehmend auch Perspektiven für Mobilität und Ernährung diskutiert.

»System Change not Climate Change!« ist dabei zum verbindenden Slogan geworden. Denn ohne die grundlegende Transformation der gesellschaftlichen Verhältnisse lässt sich die Klimakrise nicht lösen. Solange ein System aus Konkurrenz und Profitstreben unsere Handlungen bestimmt, werden die Bedürfnisse von Mensch und Mitwelt nachrangig beachtet werden. Besonders betroffen von dieser systematischen Rücksichtslosigkeit sind diejenigen, die schon heute die Auswirkungen der Klimakatastrophe zu spüren bekommen: Menschen im globalen Süden, die meist kaum etwas zum Klimawandel beigetragen haben, nun aber die Hauptlasten bewältigen müssen.

Deshalb ist klar, dass es nicht bloß um einen abstrakten »Klimaschutz« gehen kann. Stattdessen geht es darum, die seit Beginn des Kolonialismus existierende globale Ungerechtigkeit zu überwinden und gemeinsam für Klimagerechtigkeit und ein gutes Leben für Alle zu streiten.

Infos: www.klimacamp-leipzigerland.de, www.klimacamp-im-rheinland.de, www.ende-gelaende.org

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