Konferenz »Selber machen«

Basisarbeit unter den Fittichen der internationalen Rätebewegungen

Es scheint sich ein neuer linker Aufschwung abzuzeichnen, trotz der Krisen, rassistischen Mobilisierungen und militärischen Eskalationen. Die internationalen rätedemokratischen Projekte und veränderten Praxen hiesiger Aktivist*innen brauchen aber eine gut organisierte Basis. Der »Selber machen« Kongress möchte einen Beitrag dazu leisten.

Antifa Kritik & Klassenkampf, Frankfurt a. M.

Etwas bewegt sich. Zahlreiche neue Gruppen gründen sich, um kleinteilige Arbeit an der Basis zu machen. Ältere Gruppen ändern ihre Praxis grundlegend. Überall wird über strategische Umorientierung, Selbstorganisierung und mit Vehemenz gegen Szene- und Kampagnenpolitik geredet. Thesenpapiere und umfangreiche Strategiereflexionen werden veröffentlicht.

Gleichzeitig geben internationale rätedemokratische Projekte, allen voran die kurdische Bewegung, eine Idee von der realen Möglichkeit einer anderen Gesellschaft. Trotz der Krisen, rassistischen Mobilisierungen und militärischen Eskalationen scheint sich ein neuer linker Aufschwung abzuzeichnen.

Wir machen einen Kongress, auf dem wir die Inspirationskraft der internationalen Rätebewegungen und die zunehmende Orientierung hiesiger Aktivist*innen auf Basisarbeit zusammenbringen wollen. Vom 28. bis zum 30. April 2017 wollen wir uns dazu im traditionsreichen Berliner Bethanien treffen.

Es ist an der Zeit, dass wir die Basisorganisierungspraxen aus Stadtteil, Arbeitsleben, Gesundheit oder Kultur überregional zusammenbringen, uns über unsere Erfahrungen und Ansätze austauschen und über gemeinsame Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten sprechen. Wenn die Linke ein gesellschaftlicher Faktor werden soll, müssen wir auf eine solidarische und gut organisierte Basis hinarbeiten. Zugleich müssen wir Räume schaffen, in denen wir unsere Ideen zur Selbstorganisierung austauschen und weitergeben können und in denen sich die Basisstrukturen zu gemeinsamen Projekten verbinden können.

Der Kongress wird am Freitagabend eingeleitet von dem Podium »Das Scheitern der kapitalistischen Moderne und die Relevanz von Rätestrukturen und Kommunen im 21. Jahrhundert«, auf dem mehrere Theoretiker*innen ihre Thesen diskutieren werden. Am Samstag und Sonntag gibt es neun Panels zu Stadtteilarbeit, selbstorganisierter Gesundheitsversorgung, Mieter*innenkämpfen, Sportorganisierung, Arbeitskämpfen, Frauenselbstorganisierung, Kollektivbetrieben, Gegenöffentlichkeit sowie Geflüchtetenselbstorganisierung. In den Panels berichten jeweils verschiedene Initiativen aus ihrer Praxis. Am Samstagnachmittag organisieren wir ein Podium über die solidarischen Gesellschaften in Chiapas (Mexiko) und Kurdistan. Mit den Vertreter*innen dieser Bewegungen wollen wir diskutieren, wie sie die Ansprüche auf Basisdemokratie praktisch umsetzen und mit welchen Problemen sie dabei konfrontiert sind. Den Abschluss bildet ein Plenum, das die konkreten Praxen, wie sie am Wochenende diskutiert wurden, zusammenbringen soll und in dem wir über gemeinsame strategische Ziele beraten. Organisiert wird das Abschlussplenum von Gruppen, die Vorschläge zur Neuausrichtung linksradikaler Strategie ausgearbeitet haben.

Für das Essen und Trinken ist am Samstag und Sonntag gesorgt, beginnend mit dem gemeinsamen Frühstück um 9 Uhr morgens. Wir haben lange Pausen geplant, in denen der Austausch und das Kennenlernen auf vertraulicherer Ebene fortgeführt werden kann, und außerdem ein abendliches Ausklingen am Freitagabend in der Friedel54 und am Samstagabend rund ums Bethanien. Im Open Space können alle mitmachen und alles »selber machen«, was ihnen einfällt, zum Beispiel Ausstellungen, Themengespräche, Stände, Stadtführungen. Für genauere Info zum Open Space schaut bitte auf unsere Website. Und um auf der ganzen Konferenz für gute Stimmung zu sorgen, haben wir das 30jährige Jubiläum der revolutionären 1.-Mai-Demo in Kreuzberg auf den Tag direkt nach der Konferenz gelegt.

Wir hoffen mit dem Kongress einen Ort schaffen zu können, an dem Impulse für die langwierigen Aufbauprozesse zustande kommen, denen wir alle uns in den kommenden Jahren widmen werden müssen – wenn wir gegen Staat, Kapital und reaktionäre Krisenlösungsstrategien wirkliche Alternativen von links zur Debatte stellen wollen.

Infos unter: www.selbermachen2017.org

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